Die Seminare setzen sich mit der Wissenschaft (und ihren Machtdiskursen), Forschung, technologischer Innovation, Globalisierung, Umwelt, sozialer Verantwortung und der industriellen und kulturellen Ethik auseinander. Ein Unterrichtsziel ist, Studierende für kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen und für Fragestellungen aus der Perspektive des Verhältnisses von Kunst, Design und Technowissenschaft (Technoscience), die grob skizziert die Transformation der Herstellung von Wissen in den Naturwissenschaften im 20. Jahrhundert benennt, zu sensibilisieren. Mit dieser Zielsetzung liegt der Fokus auf möglichen Verbindungslinien zwischen Forschungsansätzen, Methodologien und Fragestellungen der Naturwissenschaften (Physik, Biologie) sowie den Neurowissenschaften und den kreativen Prozessen in Design, Kommunikation und Kultur. Im Unterricht lege ich Wert darauf, dass die Bezüge und Beziehungsfelder zwischen künstlerischen, kommunikations- und designorientierten Praxen und den medientechnologischen Möglichkeiten, Entwicklungen und medienphilosophischen Fragestellungen in die Diskussion eingebracht werden. In der Didaktik sehe ich grossen Nachholbedarf was die Förderung der Dialogfähigkeit und das vernetzte Denken der Studierenden betrifft. Beide Aspekte sind m.E. heute für das erfolgreiche kreative Entwerfen und Schaffen elementar, da dieses zunehmend ästhetische und sozial-verständliche informationsorientierte Lösungen für viele Probleme wie z.B. diejenigen im besonders sensiblen ethischen Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, vorgibt.
Ich sehe in unseren jungen Gestaltern, Designern und Künstlern die künftigen Agenten und Wahrnehmungsspezialisten der “Wissensgesellschaft” mit ihren vernetzten kommunikativen Bedürfnissen und in Bezug auf eine sich qualitätsvoll entfaltende Kreativität und das Wissen, das die Gesellschaft benötigt, um nachhaltig kommunizieren bzw. funktionieren zu können. Dies beeinflusst und verändert nicht nur traditionelle Arbeitsfelder und den Kunstmarkt, sondern ist für das zeitgemässe Umfeld wie z.B. Corporate Design, Webdesign, TV-Graphics, die Film- und Videoindustrie, die digitale Fotografie/Medien, Multimedia, Werbung und Kulturmanagement unerlässlich.
Im Modul Kulturmanagement geht es mir im Unterricht mit den Studierenden nebst der Vermittlung des Know-hows zur Lösung von Problemen bei der Beschaffung von finanziellen Mitteln für Kultur- und Kunstprojekte, Bedürfnisabklärung, Markt, Vertrautwerden mit Finanzierungsformen der öffentlichen und privaten Kultur- und Kunstförderung, Strategien und Massnahmen zur Motivation von Kulturförderern, vorallem auch um die ökologischen Aspekte der Kultur- und Wissensvermittlung.
Forschungsprojekt
The Politics of Cultural Knowledge Work - Die Politik kultureller Wissensarbeit (Thesis Working Title, School of Computing, Communication and Electronics, Planetary Collegium, University of Plymouth / UK).
Schon seit längerer Zeit beschäftigt mich die Frage, wie es trotz der unglaublichen technischen Errungenschaften möglich ist, dass die Wissenschaft noch immer keine Klarheit hat, was die fundamentale Natur der physikalischen Realität und die Komplexitäten des Lebens, des Gehirns und des Kosmos betrifft. Über die nötigen Mittel uns in einem Atomkrieg zu vernichten, verfügen wir ja bereits; hinzu kommen im neuen angebrochenen Jahrhundert biologische Kenntnisse, die nicht minder tödlich sind und die immer offensichtlicher werdenden Probleme eines globalen Klimawandels mit Konsequenzen, die niemand mit Sicherheit abschätzen kann. In diesem Zusammenhang interessieren mich neue alternative Formen der Wissensproduktion und -vermittlung und letztlich eine nachhaltige Wissensarbeit (die auch die Kunst miteinschliesst), die es versteht über das Paradigma unserer ‘westlichen Wissenschaft’ hinauszudeuten. Eine Wissenschaft, die ja nichts anderes ist, als eine Form von rationalem Wissen, das wir m.E. unkritisch zu akzeptieren gelernt haben, obschon dieses Wissen auch die Möglichkeit eines nuklearen Winters geschaffen hat.
In der Doktorarbeit, die ich z. Zt. schreibe, setze ich mich mit hybriden Formen der Wissensproduktion und -arbeit, die kulturellen Projekten und Institutionen unterliegt, auseinander. Das Forschungsprojekt untersucht in Fallstudien die Rolle von kultureller Arbeit (cultural work) mit dem Fokus auf das vermittelte Wissen (aus Technowissenschaft und Kunst) und seine materiell-semiotische Ausprägung, Rhetorik, Repräsentation, visuellen Metaphern und kontingenten Strategien sowie die ökonomischen, politischen und globalen post-industriellen Netzwerke der cultural industries wo Kulturarbeiter (cultural workers) als Wissensvermittler und -produzenten aktiv sind. Aufgrund der Hegemonie von heute vorwiegend ökonomisch- und kapitalistisch-geprägten sozialen Beziehungen (Banks 2007) interessieren mich Konzepte und Ansätze für eine neue Form von demokratischer und sozio-politischer kultureller Wissensarbeit (cultural knowledge work) und ihre potenziellen lokalen und globalen Aktionsräume bei der Vermittlung des heute verfügbaren heterogenen Wissens. Das Ziel der Dissertation (Erstgutachter Prof. Roy Ascott, University of Plymouth, UK, und Dr. David Turnbull, Deakin University, Australien) ist die Entwicklung und Diskussion eines neuen ontologischen, epistemologischen und politischen (ökosemiotischen) Verständnisses der kulturellen Wissensvermittlungsprozesse und -räume, Methodologien und Ökonomien wie auch die Erarbeitung einer Episteme für die kulturelle Produktion und den Transfer von Wissen in Projekten und Institutionen.
Texte, Essays
Aus diesen On-Line-Texten und Essays darf im Rahmen akademischer Konventionen zitiert werden. Sie dürfen auch zu persönlichen Zwecken heruntergeladen jedoch nicht ohne Erlaubnis des Autors anderswo publiziert werden (z.B. in Mailinglisten, Bulletinboards etc.).
Gemeinsam mit Rössler, Otto E., (Neue Galerie Luzern Hrsg.): Interventionen: Vertikale und Horizontale Grenzüberschreitung, Basel und Frankfurt am Main: Stroemfeld Verlag, 1997.
Herausgaben:
Flusser, Vilém, Interventionen. Ein Gespräch mit G. J. Lischka, Luzern: Neue Galerie Luzern, 1993.
Kittler, Friedrich, Kunst und Technik, Basel und Frankfurt am Main: Stroemfeld Verlag, 1997.
Rössler, Otto E., Weibel, Peter, Aussenwelt – Innenwelt – Überwelt, Basel und Frankfurt am Main: Stroemfeld Verlag, 1997.
Weibel, Peter, Lischka, G. J., Engagement: Jetzt und Hier, Basel und Frankfurt am Main: Stroemfeld Verlag, 1997.
Neu:
Zu einer neuen Quantenphysik des Bewusstseins. Gespräche an den Grenzen der Erkenntnis. Autoren: Roy Ascott (UK), Reinhold Bertlmann (A), Ulrike Gabriel (D), Ernst von Glasersfeld (USA), Stuart Hameroff (USA), Luis Eduardo Luna (FL/BR), Josef Mitterer (A), Sir Roger Penrose (UK), Otto Rössler (D), Peter Weibel (A), Anton Zeilinger (A). Herausgeber: Edition Neue Galerie Luzern und René Stettler; die 172-seitige Publikation kann über die Adresse bzw. E-Mail der Neuen Galerie Luzern bestellt werden. Preis: Fr. 29.- / EUR 19.50 (zuzüglich Versandspesen Fr. 5.- / EUR 3.50 für die Schweiz, übriges Europa Fr. 7.- / EUR 4.80). Vorwort HerausgeberInhalt, Ausschnitt 1. Gespräch, Ausschnitt Glossar, Autoren
Kontemplation
18 Jahre war das kleine Bündner Dörfchen Pitasch zwischen Ilanz und Vals im Kt. Graubünden ein Ort, wo ich immer wieder in der Abgeschiedenheit über Vieles nachdachte, was mich beschäftigte. Ein Ort der Kontemplation, der Meditation, des Entwerfens, des Schreibens, des Erfindens, des Wanderns. Ein Ort des Herzens.
Seit 13 Jahren wohne ich in der ehemaligen Pension "Lützelmatt" bei der Klinik St.-Anna in Luzern. Ein geschichtsträchtiges Haus in dem Pensionäre und Musiker während den Luzerner Musikfestwochen ein- und ausgingen. Es wurde in diesem Haus viel musiziert, gelacht und das Leben zur Kunst und die Kunst zum Leben gemacht. Bilder mit Blick auf den Vierwaldstättersee und Garten.
Begegnungen
Mit Hans-Peter Dürr im Verkehrshaus der Schweiz anlässlich der Biennale 2007 "Bewusstsein und Quantencomputer". Mit Technikern und Helfern an der Biennale 2007 (Powerpoint-Präsentation von Brian Josephson funktioniert nicht!). Mit Besuchern der Biennale 2005 "Bewusstsein und Teleportation". Mit Karl Pribram im Verkehrshaus der Schweiz anlässlich der Biennale 2005 "Bewusstsein und Teleportation". Mit Roger Penrose im Luzerner Theater anlässlich der Biennale 2001 "Das Rätsel des Bewusstseins". Mit Sohn Pablo in Pitasch/GR auf der Alp (Herbst 1999). Mit Jean Baudrillard im Spiegel-Labyrinth des Luzerner Gletschergartens (1993). Mit Anton Zeilinger im Hotel Rebstock, Luzern (1992).